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Leck mich en de Täsch. Marktüberwachung und politische Marktgestaltung im E-Commerce

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In meiner Rolle als Pressesprecher WJ Bayern und baldiger Bundesvorstand der Wirtschaftsjunioren (Ressort Innovationen und Ressourcen 2017) durfte ich gestern, als Bayer, in Köln einen Vortrag halten.

Die Veranstaltung war ein Treffen der Kompetenzgruppe E-Commerce des eco (Verband der Internetwirtschaft e.V.), das im Rahmen der aktuell laufenden Internetwoche stattfand.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann (Leiter der eco Kompetenzgruppe E-Commerce; Hochschule Aschaffenburg) eröffnete Lars Steffen (Mitglieder Services; eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.) mit einer Kurzvorstellung zum eco und einem Überblick über die aktuell laufenden Projekte und anstehende Termine.

Der 1. Vortrag: „Herausforderungen für die Marktüberwachung durch Entwicklungen im internationalen Online-Handel“ von Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann war für mich wirklich sehr interessant. Die aktuellen Rahmenbedingungen bilden nämlich (in einer bestimmten Konstellation und unter Zuhilfenahme von Fulfillment Centern) die Möglichkeit sich in einem rechtsfreien Raum zu bewegen. Da ist eco als Interessensvertretung natürlich sehr darauf bedacht die politische Meinungsfindung zu beschleunigen. Wirklich krass was da aktuell abgeht, dazu mehr später (Vortrag 3).

Der 2. Vortrag: „Die aktuelle Geoblocking-Praxis und der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission“ von Philipp Ehmann (Referent Internetrecht und Telemedienregulierung; eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.) war nicht minder interessant. Mein Fazit, sehr vereinfacht betrachtet: Was hier unternommen wird um zu verhindern dass veraltete Verbraucherschutzgesetze angefasst werden ist mindblowing. Veraltet soll heißen, in diesen ist grenzübergreifender bzw. binnen-EU E-Commerce schlicht nicht vorgesehen, weil damals die Verbreitung fehlte. Warum wird der Verbraucherschutz nicht angefasst? Weil die Denkzettelgefahr bei der nächsten Wahl einfach zu hoch ist.

Der 3. Vortrag „Die deutsche Wirtschaft leidet unter sogenannten „Fullfillment“-Warenlagern“: War ein sehr sympathischer Tatsachenbericht von einem Betroffenen der Regulierungslücke aus dem ersten Vortrag. Konrad Kraus, Geschäftsführer der Sabko GmbH, stellte einen Vorfall vor der seine Firma massiv ins Wackeln gebracht hat. Sein Vortrag, übrigens ohne Folien, einfach frei von der Leber weg gesprochen, hat den Anwesenden die Augen geöffnet, welche massive Regulierungslücken aktuell bestehen.

Der 4. Vortrag, meiner (Folien hier .pdf-Datei): „Nützen oder schaden Marktregulierungen der Jungen Digitalen Wirtschaft?“ war u.a. mein Appell an mehr Gründungskultur, bedachtem Umgang mit Regulierungen, Vermeidung von Überregulierung und auch die Diskussionsgrundlage für die sich anschließende Diskussion.

Die Veranstaltung war für mich überraschend, ich hatte wirklich keine so offene und gute Diskussion erwartet. Es war eine kleine, fast familiäre Atmosphäre, kein Vortrag vor hunderten von Leuten, aber interessante, augenöffnende Denkanstöße von Experten und eine wirklich spannende Diskussion im Anschluss.

Danke für die Einladung Lars und eco!

Von Florian Kohl

Florian Kohl ist Geschäftsführer beim Revista Verlag in Schweinfurt, Podcaster bei schweinfurtundso.de, Blogger bei floriankohl.de und Partner bei kunkel & kohl. Du erreichst Florian per Email unter fkohl@revista.de