Ausschnitt aus dem Social Media Manager (IHK) – Blog als zentraler Content Hub

Die kurze Fabel davon warum es Sinn macht ein Blog als zentrale Plattform für Inhalte zu betreiben.

Halbwertszeit/Lebensdauer: Inhalte auf social Networks haben genau wie radioaktive Partikel eine Halbwertszeit. Die Inhalte verfallen. Wer schonmal ein Posting vom Vortag gesucht hat, weiss was ich meine. Nur als Beispiel: Der Facebook Algorithmus entscheidet für mich was ich interessant finde, somit kriege ich manche Inhalte auch einfach gar nicht eingeblendet. Je nach „Studie“ zum Algorithmus geht man von einer durchschnittlichen Lebensdauer eines Postings von ca. 2-4 Stunden aus.

Kontrolle: Die Kontrolle über meinen Blog habe ich, dort kann ich schalten und walten, dort gibt es keinen Algorithmus, der für mich entscheidet was meinen Nutzern angezeigt wird. Mein Blog ist und bleibt meine eigene Plattform.

Longform Content: Es gibt kaum Möglichkeiten längere Inhalte auf Social Networks zu veröffentlichen, die dann auch gelesen werden, sprich nicht von einem Reichweitenalgorithmus in den Untiefen der Plattform versteckt werden.

Suchmaschinenoptimierung: Gute, beständige Inhalte auf meiner eigenen Seite zahlen auf meine SEO ein. Ein OnlineShop mit einem eigenen Blog auf der gleichen Domain ist Gold wert.

Ein Blog oder vielmehr meine eigene Website als zentrale Plattform, auf die ich immer wieder verlinken kann in meinen unterschiedlichen Kanälen, ist der Kern jeder Strategie. Das entbindet einen natürlich überhaupt nicht auf den Kanälen Inhalte zu spielen, die dem jeweiligen Kanal angepasst sind.

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Eine App oder keine App, das ist hier die Frage

Floh: Wer bist Du? Was machst Du?
Jimmy: Privat bin ich glücklicher Familienvater, Motorradfahrer, Modellbauer, Hobbykoch und Einiges mehr 🙂
Geschäftlich bin ich Geschäftsführer der Warptec Software GmbH, einem mittelständischen Softwarehaus mit 15 Mitarbeitern in Bamberg. Unser Team entwickelt seit vielen Jahren u.a. mobile Anwendungen für Kunden im In- und Ausland in verschiedensten Bereichen. Ich selbst bin seit Mitte der 80er Jahre in der IT-Branche tief verwurzelt und wie unser Team immer auf der Suche nach Innovationen.

Floh: Was war die letzte App, die Ihr entwickelt habt?
Jimmy: Eine App zur 360° Außen- und Innenaufnahme von Gebrauchtfahrzeugen per Smartphone mit Virtual Reality-Ansichten für einen großen deutschen Automobil-Hersteller.

Floh: Worauf muss man bei einer App bzw. mobilen Website achten?
Jimmy: Egal ob es sich um eine Webapp, die in einem Browser läuft, oder um eine hybride/native App, die aus Apples AppStore oder aus Google Play geladen werden kann:

  • Die App muss schnell in der Ausführung sein,
  • sie muss die Bedürfnisse des Zielpublikums erfüllen,
  • sie muss einfach zu bedienen und
  • ansprechend gestaltet sein.

Floh: Welche Funktionen lassen sich denn nur mit einer nativen App abbilden?
Jimmy: Das ist eine interessante Frage… Also zuerst mal laufen Apps, egal ob Webapp oder Hybrid/Native App, auf Smartphones oder Tablets. Also der grundlegende Unterschied ist die verwendete Hardware.
Software auf einem PC oder Laptop sind Anwendungsprogramme, Apps sind Programme, die auf mobilen Geräten laufen. Durch die ständige Weiterentwicklung der Programmiersprachen kann man heute fast alle Funktionen sowohl als Webapp als auch als native App entwickeln. Native Apps, die über die eingesetzte Programmiersprache direkt auf die Hardware und auf das Betriebssystem des eingesetzten Gerätes zugreifen können, haben aber immer einen Geschwindigkeitsvorteil beim Programmablauf.

Floh: Wie sehen die Adoptionsraten von Apps vor allem im regionalen bzw. kommunalen Bereich aus?
Jimmy: Wie bereits gesagt, der Nutzen muss für die Benutzer stimmen. Bietet heute z.B. jemand eine App für den Bereich SW und Umgebung an, wo man jederzeit die günstigsten und besten XYZ´s bekommt, ist die Chance einer regen Nutzung hoch. Es ist auf jeden Fall unbestritten, dass heute mobile Anwendungen mehr genutzt werden als Desktop-Anwendungen. Und je mehr Du „Was ist drin für mich?“ in einer App anbieten kannst, desto höher wird die Adaption sein.

Floh: Siehst Du bei Deinem genannten Beispiel einen Vorteil darin explizit eine App anzubieten oder würde den konkreten Zweck auch eine mobil optimierte Website erfüllen?
Jimmy: Für regionale bzw. kommunale Bereiche sind aus meiner Sicht mobil optimierte Webseiten oder Webapps sinnvoller, da

a) sie kostengünstiger als die Entwicklung von nativen Apps sind und
b) greifen bei der durch die Regionalität bedingt begrenzte Anzahl von möglichen Nutzern die Marketing-Argumente (weltweite Verbreitung, Image-Bildung etc..) für eine App- oder Play-Store Präsenz kaum.

Gerade Städte und Kommunen können über Ihre Website oder über zum Thema bereitgestellte Landingpages Ihre Webapp oder mobil optimierten Inhalte wesentlich einfacher und kostengünstiger bereitstellen.

Sollen allerdings kostenpflichtige Zusatzangebote in der App angeboten werden (z.B. kostenpflichtige Städte-Touren, Abos etc.), führt kaum ein Weg an nativen Apps vorbei.

Floh: Ich sehe immer wieder das Installieren der App als große Hürde, wie bringe ich meine Nutzer dazu überhaupt eine App zu installieren?
Jimmy: Ein Garantie-Konzept habe ich da auch nicht, aber einige Tipps. Es gibt da einen großen Unterschied zwischen „Werben“ und „Beeinflussen“.
„Werben“ in einem völlig überlaufenen App-Markt, in dem alle angebotenen Apps “supertoll” sind, ist schwierig. Wenn Du User bereits im Vorfeld „beeinflussen“ kannst, bevor sie Deine Webseite besuchen, und Du sie vorher vom Nutzen Deiner App überzeugen kannst, schaut die Sache schon ganz Anders aus.

Hierzu gibt es aus meiner Sicht einige Möglichkeiten:

  • Bloggen: Teile mit, was die User aufmerksam macht und was es wert ist, geteilt zu werden.
  • Teile es mit anderen Blogs und Publikationen: Baue so Deine Leserschaft und somit mögliche Benutzer Deiner App aus.
  • Benutze Online-Präsentation-Plattformen: Zeige deinen Lesern, welchen Nutzen Deine App bietet.
  • Veröffentlichung deiner App in der Presse: Es gibt kaum etwas Wirkungsvolleres, um Reputation für die eigene App zu bekommen.
  • Social-Media Kanäle: Bewerbe Deine App und teile relevante Inhalte regelmäßig.
  • Community-Plattformen: Gebe Deinen Kunden die Möglichkeit zu Rückmeldungen zu Deiner App, unterstütze Sie aktiv, wenn Sie Hilfe brauchen.
  • Mundpropaganda: Dies ist vielleicht die beste Möglichkeit, Deine App nach vorne zu bringen. Die Leute vertrauen Aussagen von anderen Benutzern, die Deine App toll finden.

<3 lichen Dank für das Interview Jimmy!

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Ausschnitt aus dem Social Media Manager (IHK) – Wie kommt Shareability / Teilbarkeit zustande?

Warum teilen wir Inhalte? Eine schöne Frage mit der sich Jonah Berger (Professor an der University of Pennsylvania) wissenschaftlich beschäftigt hat und auch direkt ein Buch dazu verfasst hat.

Hier könnt Ihr das Buch (auf Englisch) kaufen, ich warte kurz:

Willkommen zurück! Gleich erschließt sich auch warum ich als Beitragsbild für diesen Blogartikel eine Treppe genommen habe. Achtung…

Der Herr Berger hat ein schönes Akronym zur Erklärung der Teilbarkeit erfunden. Nämlich: STEPPS also englisch für Stufen mit einem P zu viel.

Die Buchstaben stehen für:

  • S – Social Currency
  • T – Triggers
  • E – Emotion
  • P – Public
  • P – Practical Value
  • S – Stories

Social Currency: Wörtlich übersetzt „Soziale Währung“. Wir teilen Inhalte, die uns gut aussehen lassen. Der neue heiße Scheiß, das neueste Ding, spannende Videos, lustige Bilder. Wir versuchen gut dazustehen.

Triggers: Wörtlich übersetzt: „Auslöser“. Auslöser sind zum einen für uns logische Verknüpfungen, Bratwurst und Brötchen, Bratwurst und Senf oder Ketchup (bäh). Zum anderen sind Auslöser für uns Einflüsse von außen. Mars hat mehr Schokoriegel verkauft, als die Pathfinder Mission der Nasa lief. Der Musik „Hit“ Friday von Rebecca Black wird Freitags am häufigsten gehört.

Emotion: Braucht man nicht übersetzen… Das schöne Bonmot: „When we care we share“, spielt genau in diese Richtung. Wenn uns etwas am Herzen liegt, dann teilen wir die Inhalte. Und das Teilen ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Wir reden darüber, wir geben ein Stück unserer Lieblingsschokolade ab und sagen „Das musst Du probieren!“

Public: Wörtlich übersetzt: Öffentlich. Öffentlich bezieht sich hier auf die tatsächliche Anwendung eines Produktes, sehen andere dass ich Teil der Gruppe bin? Ein Grund warum Marken Ihre Logos auf Klamotten drucken ist: Der Träger signalisiert er „ist Teil“ von was auch immer. Die Ice Bucket Challenge war ein schönes Beispiel für den Punkt Public (und die anderen aus den STEPPS).

Practical Value: Wörtlich übersetzt: „Praktischer Nutzen“. Das erklärt sich von selbst. Was meint Ihr warum sogenannte „Life Hacks“, auch wenn Sie teilweise der größe Bullshit sind, so schön geteilt werden? „DAS MUSST DU SEHEN, das ist so praktisch!11!11elf“.

Stories: Wörtlich übersetzt: „Geschichten“. Es gibt da in New York so einen Hot Dog Laden, da gibt es wirklich sehr leckere Hot Dogs. Der Laden heißt: „Please don’t tell“. In dem Laden steht eine Kabine, in dieser Kabine ist ein Münzfernsprecher. Na? Fragt Ihr euch schon warum ich das erzähle? Ganz einfach: Wenn man den Hörer abnimmt und eine Nummer wählt, hebt die Gegenstelle ab und fragt nur ob man reserviert hat. Dann geht eine geheime Tür auf und man steht mitten in einer Bar. Das ganze Setup stammt aus der Zeit der Prohibition in den USA. Eine wunderbare Geschichte, unterstützt mit dem wunderbaren Namen des Etablissements. Und damit wäre auch erklärt: Geschichten verbreiten sich.

Hier Jonah Berger bei Talks at Google:

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