Floh erklärt die Welt: Teil 1 – Politische Arbeit – Grasstopping

Wer kennt es nicht, wir sind bei der Fußball-WM weit vorne, also wird unumstößlich jeder zum Trainer und weiß alles besser.

Also habe ich beschlossen im Wahljahr auch mal politische Sachen besserwisserisch zu verbloggen, bzw. zumindest der geneigten Leserschaft zu erklären. In unregelmäßiger Regelmäßigkeit findet Ihr hier die ein oder andere Erklärung zu Lobbyarbeit, politischer Arbeit und Wahlkampf.

Heute geht es um das Thema Grasstopping. Grasstopping leitet sich von Grassroots ab. Grassroots, also „von der Graswurzel her“ bedeutet: Wir überzeugen eine genügend große „kritische“ Masse von unserem Standpunkt und setzen so den Standpunkt von unten nach oben zu unseren Zielpersonen durch.

Das Wort Masse suggeriert schon, wir müssen eine hinreichend große Zahl an Mitstreitern von unserer Idee überzeugen um das Thema bei den eigentlichen Entscheidern aufploppen zu lassen.

Massenmedien wie klassischerweise TV, Radio und Print kosten richtig Geld und vor allem auch Zeit bis die Idee genügend „Wurzeln“ überzeug hat und sich fortpflanzt.

Wie das Ganze günstiger und im Endeffekt auch schneller funktioniert? Mit Grasstopping! Statt die Wurzeln zu überzeugen, fangen wir gleich mit den Grasspitzen an, nämlich durch engere Zielgruppenansprache. Wir suchen uns unsere Zielpersonen aus, also diejenigen die wir von unserer Idee bzw. von unserem Standpunkt überzeugen wollen und fangen an das Umfeld des- oder derjenigen gezielt von unserer Idee zu überzeugen.

Nehmen wir mal an wir wollen den Edmund überzeugen, also suchen wir uns seine Frau, die Karin, seine Kinder Dominic, Veronica und Constanze und seine engsten Freunde den Horst, den Franz Josef und die Angela.

Mit geschickter Herangehensweise platzieren wir unser Thema nun im Umfeld von Edmund, bis er denkt er kommt an diesem Thema gar nicht mehr vorbei.

Diese Technik macht sich auch zu Nutze, dass ab einer entsprechend mächtigen Position unser Ziel nicht mehr so viel mit dem „gemeinen Volk“ zu tun hat und nur noch mit seinem engsten Umfeld, beruflich, familiär und im Freundeskreis Umgang pflegt und diesen Personen auch vertraut.

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