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Gedanken zum Wahlkampf – Teil 2

Wer Teil 1 gelesen hat, dem ist bekannt: Ab und an muss ich was loswerden und bevor ich es mit mir herumtrage schreibe ich es in dieses Internetz. Bei vielen Ideen von Bürgern oder Mitbewerbern um politische Ämter ist zu lesen, dass man am besten gleich die Finanzierung des Vorschlages mitliefern soll. Entschuldigt meine Unflätigkeit: Nen Scheiss muss man.

Erstmal geht es doch darum eine Idee zu untersuchen, sie auszuarbeiten, sie verfeinern, sie zu überdenken, sie zu verwerfen und wieder aus dem Papierkorb zu holen. Klar muss irgendwann mal das Thema Kohle auf den Tisch, aber wer selber mal versucht hat kreativ zu arbeiten: Beim Brainstorming ist erstmal nix verboten, egal wie absurd es scheint oder unmöglich.

Wieso muss man denn so ein Totschlagargument bringen? Kann man das Unmögliche möglich machen? Garantiert nicht, aber man kann es versuchen. Nennt sich Optimismus und Kreativität. Danke fürs Lesen 🤩

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Gedanken zum Wahlkampf

Gedanken zum Wahlkampf: Bevor ich das nun weiter mit mir herumtrage schreibe ich es einfach mal in dieses Internet. Ich finde diese Negativität verstörend. Jetzt in der sagenumwobenen „heißen Phase“ wird immer spitzer aufeinander verbal eingedroschen. Alles so richtig schön in schwarz/weiß. Derjenige ist der böse, diejenige hat vor Jahren das und das mit Ihrem Beschluss im Stadtrat falsch gemacht. Vermutlich ist das ein Abbild der aktuellen gesellschaftlichen Lage. Schnell ist man empört und poltert los.

Mir ist auch klar, dass alle Gruppierungen im Wahlkampf versuchen ihr Profil herauszuarbeiten. Dass aber wie im richtigen Leben nicht alles schwarz/weiß, pro/contra, „Ich“/“die“ ist, sondern sich alles doch etwas abgestufter verhält bleibt außen vor. Um im Bild zu bleiben, statt schwarz/weiß halt mal die Graustufen sehen. Nicht alles was der erklärte politische Gegner macht ist automatisch Mist. Vielleicht sind Entscheidungen auf einer Faktenlage gefällt worden, die nicht 100% geklärt war. Vielleicht konnte man sich trotz aller persönlichen Bemühungen nicht 100% vorbereiten. Vielleicht war man auch einfach mal bei einer Sitzung aus persönlichen Gründen nicht anwesend… Kann doch alles sein.


Mir wäre es lieber man schaut nach vorne, was kann man gemeinsam bewegen, wie können wir unser Schweinfurt noch besser machen. Wo sind Probleme, wo sind kreative Lösungen und wo ist die praktische Umsetzung.

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Was kann eine Landesgartenschau, was ein Stadtwald nicht kann?

Das fragt sich sicherlich der ein oder andere Schweinfurter Bürger, der am 20.1.2019 mit der Frage „Stadtwald oder Landesgartenschau“ konfrontiert ist.

Um das zu erklären muss ich leider etwas ausholen. Neben der Mobilitätswende ist die Digitalisierung ein Thema, dem wir im Schweinfurter Land gerecht werden müssen, um für qualifizierte Fachkräfte und innovative Unternehmen attraktiv zu sein und zu bleiben. Und genau hierfür bietet die Landesgartenschau (LGS) hervorragende Möglichkeiten.

Jetzt fragt Ihr Euch sicher, was eine Landesgartenschau bei uns in Schweinfurt mit Digitalisierung zu tun hat?

Auf den ersten, Blick nicht so viel, auf den zweiten aber umso mehr…

Immer wieder bin ich (als ehemaliges Mitglied des Bundesvorstandes der Wirtschaftsjunioren mit dem vollmundigen Ressort: Innovationen & Ressourcen und als Berater) mit Anfragen von Unternehmen konfrontiert, die sich fragen was Digitalisierung eigentlich für sie bedeutet und wie sie sich darauf vorbereiten können.

Hierbei gilt es zunächst zu hinterfragen, ob das jeweilige Geschäftsmodell weiterhin funktioniert, ob es angepasst werden kann oder ob man sich als Unternehmen neu erfinden muss. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Digitalisierung auch in den Unternehmen selbst zu spielen. Wie lassen sich Geschäftsprozesse optimieren, digitalisieren und beschleunigen. Dabei aber nie das schöne Zitat von Telefónica CEO Thorsten Dirks vergessen: „Wenn Sie einen Scheissprozess digitalisieren, haben Sie einen digitalen Scheissprozess“.

Nun fehlt Unternehmen hierfür oft die Kompetenz, woraus sich ein gewisses Risiko für unseren Wirtschaftsstandort ergibt. Klar ist vielen lediglich: Die Digitalisierung ist bereits in vollem Gange und nahezu alle Wirtschaftsbereiche sind betroffen.

Ja ja, Kennen wir, haben wir alles schonmal gehört, aber wie betrifft das nun Schweinfurt und vor allem die Landesgartenschau?

Punkt 1: Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (FHWS) hat vom Freistaat Bayern gerade erst ein Robotikzentrum mit sechs Forschungsprofessuren bewilligt bekommen, das in der Nähe des neuen i-Campus für internationale Studierende auf dem Gelände der ehemaligen Ledward-Barracks entstehen soll. Hier geht es darum Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Gleichzeitig erhält die FHWS die Federführung des bayernweiten Kompetenznetzwerkes für künstliche Intelligenz und Robotik (KAIRO).

Punkt 2: Im Auftrag der Stadt Schweinfurt hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) ein Konzept für die i-Factory entwickelt. Die i-Factory ist ein Technologie-Transferzentrum, das eng verbunden mit der FHWS, regionale Unternehmen unterstützen soll digitale Herausforderungen zu meistern.

Wie man so hört, wäre das Fraunhofer IPA sogar bereit die i-Factory am Standort Schweinfurt selbst aufzubauen.

Jetzt sagt Ihr: Das sind doch top Voraussetzungen das Thema Digitalisierung in Schweinfurt zu spielen!

Im Prinzip schon. Wir haben am Standort Schweinfurt eine enorme Wissensbasis in Griffweite, die unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen entscheidend bei digitalen Herausforderungen unterstützen könnte. Das Ganze könnte zudem dazu beitragen national wie international die dringend benötigten Studierenden und Fachkräfte nach Schweinfurt zu locken und unseren Wirtschaftsstandort so langfristig zu sichern.

Aber: Im Stadtgebiet fehlt ein Ort, an dem all diese Einrichtungen angesiedelt werden können, ein attraktives Areal für den i-Campus, das Robotikzentrum, die i-Factory und weitere Einrichtungen, die auf Basis dieser Institute zu erwarten sind.

Nun möchte die Stadt Schweinfurt die ehemaligen Ledward-Baracks genau hierfür entwickeln, entlang der neuen Carus Allee, in Verlängerung des vom Freistaat bereits erworbenen i-Campus Areals.

Mit der Umsetzung der LGS 2026 könnte man dabei prima mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Eine tolle LGS ausrichten und hierbei einen langfristig nutzbaren, attraktiven Bürgerpark mit Campusfunktion anlegen. Faktisch errichtet man hier mit Unterstützung von einer schönen Portion Fördermitteln des Freistaates einen neuen Stadtteil.

Selbst, wenn die Stadt mit dem isoliert betrachteten LGS Haushalt am Ende mit einem Verlust dastehen sollte – viele der Investitionen, die da getätigt werden, würden in Betriebe aus Schweinfurt und Umgebung gehen, so dass das investierte Geld zu einem nicht unerheblichen Teil dem, Wirtschaftsstandort zu Gute kommt.

Auch in Würzburg, Bamberg und anderswo hat man mit Hilfe der LGS Konversionsareale zukunftsfähig gemacht. Die ausrichtenden Städte wären bei einer solchen Entwicklung ohne die staatliche Förderung durch eine Landesgartenschau bestimmt an ihre Grenzen geraten.

Auch hier gilt: Es gibt für die Komplexität aktueller Herausforderungen kaum einfache Lösungen. Man kann aber kreativ sein und langfristig denken.

Für mich ist klar: Ich stimme am 20.1. für die Landesgartenschau.