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Buchrezension: PR im Social Web – Das Handbuch für Kommunikationsprofis

PR im Social Web
PR im Social Web

Puh. Wo soll ich anfangen? Wer auf der (nigelnagelneuen) Fanpage mitverfolgt hat, was ich so bisher über das Buch geschrieben habe, wird vor allem eins festgestellt haben: Ich bin begeistert, restlos.

„Das Handbuch für Kommunikationsprofis“ – „Wenn Du vor dem Lesen noch keiner warst, biste hinter her einer“ sollte da noch als Subtext darunter stehen.

Das Buch ist der Hammer. Wie Ihr auf dem Foto erkennen könnt, habe ich doch die ein oder andere Seite markiert zum noch mal lesen, vertiefen, Links verfolgen oder aus anderen Gründen.

Aber von vorne. Der O’Reilly Verlag war so nett, mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Und woran merkt man dass die beiden Autoren, Marie-Christine Schindler und Tapio Liller vom Fach sind? Ich hatte das Eintreffen des Buches kaum auf Twitter erwähnt, schon folgten mir beide und bedankten sich für mein Interesse. Merke: Zum Thema Social Media Monitoring sind auch viele wichtige Informationen im Buch ;)

Das Buch hat etwas mehr als 400 Seiten und ist durchgängig mehrfarbig gedruckt.

Zum Inhalt:

Jedes einzelne Thema wird grundlegend erklärt, ausgeführt und dann mit weiterführenden Links, Tipps & Tricks hinterfüttert. Selbst für alte Kommunikationshasen sind Informationen dabei.

Das komplette Inhaltsverzeichnis findet Ihr als PDF hier: http://www.mcschindler.com/uploads/2012/05/PR-im-Social-Web-zweite-Auflage_Inhaltsverzeichnis.pdf

Nur fünf Beispiele (wenn ich alle nennen würde wär der Blogartikel noch viel länger) warum ich das Buch dermaßen über den grünen Klee lobe:

  • Zum Thema Crowdsourcing und der damit verbundenen Angst als Unternehmen zu viel Informationen preis zu geben:
    „Wissen allein ergibt wenig Sinn, wenn es nicht genutzt wird. Was nützt mir das Kochrezept eines Spitzenkochs, wenn mir die passenden Zutaten, die Infrastruktur und die Fingerfertigkeit in der Zubereitung fehlen?“
  • Die Social Technographics Leiter von Forrester Research mit der man u.a. potenzielle Reichweiten bzw. Kundenstrukturen errechnen kann (Wer ist nur Zuschauer, wer eher der Mitmachtyp usw.) (hiermit kann man sogar regional angepasste Nutzerprofile erstellen):
    http://empowered.forrester.com/tool_consumer.html
  • Zum Thema Grundlagen: das Riepl’sche Gesetz und dessen Anwendung knapp, klar und deutlichst erklärt.
  • Das Kapitel: „Was sich ändert: Folgen für die PR“ erklärt mit vielen tollen Beispielen fast „hands on“ wie und wo klassische PR auf social aufbauen kann und umgekehrt.
  • Eine perfekte Blogger Relations Anleitung.

Mein Fazit: Kauft euch dieses (Lehr-)Buch! Es ist die knapp 30 Euro mehr als Wert, hinsetzen, durcharbeiten, egal wie lange Ihr den Job als Community Manager / PR Mensch oder Berater schon macht, unter Garantie ist noch ein i-Tüpfelchen für euch dabei. Das Ding ist nicht umsonst ein Amazon Bestseller.

Das Buch gibt es u.a. bei Amazon: PR im Social Web: Das Handbuch für Kommunikationsprofis

Die beiden Autoren sind u.a. auf Twitter unterwegs unter:

Zum Buch gibt es auch eine Podcastfolge von Kolophon dem O’Reilly Podcast (gemacht von Tim Pritlove): http://community.oreilly.de/blog/2011/05/02/kol004-pr-im-social-web/

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Blogger Relations – Tipps & Tricks (Mein Wunschzettel)

Ein Blogger auf dem Siegertreppchen

TL;DR: Gesunder Menschenverstand ist in der Bloggeransprache ein viel unterschätztes Kulturgut.

Im einem der letzten Artikel (Zehn Gründe warum man Blogger zu seinem Event einladen sollte) hatte ich angedroht mir mal Gedanken zum Thema Blogger Relations, also an Blogger gerichtete PR und Kommunikation zu machen. Im Anschluss folgen ein paar meiner Wünsche und Anregungen.

Generell bin ich der Meinung, dass was an Grundsätzlichem bei Bloggern beachtet werden soll auch in die eigentliche Pressearbeit eines Unternehmens einfließen darf – hier krankt es bei manchen Unternehmen nämlich auch. Was nützt mir eine funktionierende Bloggeransprache wenn meine reguläre Kommunikation nach außen erfolglos und langweilig ist?

Ich gehe zum Zweck der besseren Veranschaulichung von einem geplanten Firmenevent aus. Nehmen wir also an unsere Firma „Klappstühle und mehr“ ein kleines aber feines Möbelgeschäft plant die Eröffnung des ersten Ladens in Beispielstadt.

Bevor ich überhaupt die Bloggerheerscharen einzuladen versuche – zu klären:

  • Welche / Wie viele lokale Blogger gibt es?
  • Gibt es in meinem Themenbereich Blogger (deutschlandweit), die ausschließlich dieses Thema beackern?
  • Was kann ich dem einzuladenden Blogger bieten?
  • Welche Blogger spreche ich an?
  • Wie spreche ich die Blogger an?
  • Was muss ich dem Blogger bieten?
  • Wer betreut die anwesenden Blogger wenn Fragen o.ä. auftauchen?

Lokale Bloghelden: Die Recherche wer lokal herumbloggt ist durch, fünf aktive Blogger sind gefunden. Welche der Blogger spreche ich an? Wenn sämtliche Blogs Lokalbezug haben, kann man es m.E. bei allen probieren. Wichtig ist, vorher zu sehen wie aktiv der Blogger aktuell ist, Karteileichen ansprechen ist Quatsch. Ist der Blogger thematisch passend oder schreibt er nur über Herzschmerz, seine Beziehungsdramen und wer mit wem geht? (Nichts gegen solche Blogs, aber als Unternehmen tut man sowohl sich, als auch dem Blogger UND seinen Bloglesern keinen Gefallen damit, wenn er nun auf einmal einen Produktpost verfasst, weil man Ihn besonders toll überzeugt hat.

Bei der Ansprache hilft es ungemein sich die letzten Blogposts anzusehen und sich auf diese beziehend beim Blogger zu melden, möglichst auch gleich mit der Information was beim Event passiert und warum gerade er angesprochen wird.

Hier hilft Sorgfalt, persönliche Ansprache, Authentizität und klare Kommunikation. Verschwurbeltes Firmengeschreibsel und unpersönliche Kommunikation löst beim Ottonormalblogger nämlich allergischen Hautausschlag und nervöses Lidzucken aus. Und das schon innerhalb der drei Sekunden, die er braucht um auf den DELETE Button zu Drücken, der die Email in den digitalen Jagdgründen verschwinden lässt.

Den weit entfernt lebenden aber thematisch, wie die Faust aufs sprichwörtliche Auge, passenden Bloggern muss ich schon sehr geschickt einladen um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Reisekosten sollten mindestens übernommen werden und ein besonderes Incentive muss her. Jetzt denkt sich der ein oder andere „der kriegt was zum Verlosen im Blog da kommt der sicher“, da muss ich widersprechen. Was hat der Blogger davon im Blog was zu verlosen? Die Firma, die den Preis stellt hat einen Werbeeffekt, der dem Blogger zuzuschreiben ist. Der Blogger hat, wenn er Pech hat evtl. Leser verärgert durch „Kommerzkacke“. Hier muss man sich also schon genau überlegen ob und wie man den Starblogger ködern kann. Patentrezept gibt es da keines, aber wenn der Blogger seine Brötchen wirklich ausschließlich mit dem Bloggen verdient, ist er evtl. einer Kooperation nicht abgeneigt. Ein Firmenblog schadet unserer Beispielfirma bestimmt nicht. Übrigens freut sich auch der lokale Blogger wenn er mit dem Taxi abgeholt wird und nicht nur seine Zeit mitbringt sondern auch mit dem Gefühl geht er hatte selbst etwas davon beim Firmenevent gewesen zu sein.

Ich sage damit nicht, dass positive Blogbeiträge oder der ganze Blogger käuflich sind. Was ich vermitteln will ist dass Wertschätzung und Respekt beim Verhältnis zum Blogger sehr wichtig sind.

Während der Veranstaltung sollte der Blogger mindestens den Status eines Pressevertreters haben, eher noch etwas mehr Zugang und Betreuung schaden sicher nicht. Blogger stellen ganz gerne auch mal sehr anspruchsvolle Hintergrundfragen. Hier ist die Betreuung wirklich sehr wichtig. Vielleicht lässt sich der Bloggertermin auch komplett von der lokalen Presse entkoppeln. Ja, Blogger sind so wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger.

Eine ruhige Ecke zum Livebloggen, inkl. Getränke, Snacks und eine Unmenge an Steckdosen sollte vorhanden sein.

Wenn der Blogger, was natürlich weder garantiert ist, noch eingefordert werden kann, über den Event berichtet, dann kann man das auch gerne auf der Firmenwebseite verlinken. Selbst ein kritischer Blogartikel kann eine tolle Möglichkeit der Kommunikation bieten. Wenn das Unternehmen souverän, menschlich und schnell auf Kritik reagiert ist das eine unwahrscheinlich tolle Möglichkeit als Unternehmen zu glänzen. Das Wort Gegendarstellung hat hiermit nichts im Geringsten zu tun!

Um die lokale Bloggerszene im Auge zu behalten und überhaupt erstmal kennenzulernen lohnt es sich unter Garantie als Verantwortlicher im Unternehmen privat selbst aktiv zu sein. Selbst bloggen und per Twitter zugänglich sein verkürzt die Wege unwahrscheinlich. Auch Onliner treffen sich offline auf ein Koffeinkaltgetränk. Entweder den lokalen Stammtisch mal besuchen oder wenn es noch keinen gibt selbst einen Gründen.

Ich rede aber hier von einem Privatvergnügen, nicht als Firma auftreten und „wir machen jetzt mal“ – Beziehungspflege und Netzwerken, nicht Verkauf, Vertrieb und Absatz sind hier die Stichworte.

Was ich eigentlich sagen will: Gesunder Menschenverstand ist in der Bloggeransprache (und leider generell in der Außenkommunikation vieler Unternehmen) ein sehr unterschätztes Kulturgut.

Ps.: Es kann auch sehr hilfreich sein (einen) lokale(n) Blogger, weit vorab des eigentlichen Events, direkt anzusprechen um im kleinsten Rahmen die Dinge zu besprechen, die man zum Event und zur Bloggeraktivierung geplant hat.

 

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Zehn Gründe warum man Blogger zu seinem Event einladen sollte

  1. Die haben immer Zeit.
  2. Je mehr Damen und Herren „von der Presse“ anwesend sind desto wichtiger fühlen sich Veranstalter und Gäste.
  3. Den Pressenachbericht kann man dann aus dem Blog abschreiben/umschreiben.
  4. Man spart sich das eigene Firmenblog.
  5. Blogger haben meistens die besseren Digitalkameras.
  6. Blogger einladen macht den Event jünger und stylischer.
  7. Vielleicht filmt der Blogger sogar was, schon hat man ein virales Firmenvideo auf YouTube.
  8. Blogger kann man super in den total unpersonalisierten Presse-email-verteiler aufnehmen, je mehr Leute im Verteiler, desto toller ist der Eventmanager.
  9. Blogger schreiben auf Laptop oder Tablet mit und wirken damit extrem viel mehr hip als der freie Mitarbeiter der Lokalzeitung der noch mit Zettel und Stift anrückt.
  10. Blogger betreuen Twitter und Facebook gegen ein paar Schnittchen und nen Kaffee.

Ps.: ja, Ironie! Und zum Thema „Blogger Relations“ müsste man sich durchaus mal näher Gedanken machen, mit etwas mehr Aufmerksamkeit und Respekt kann man da nämlich so viel mehr erreichen als mit stupider PR Aussenderei. Von mir kommt dazu demnächst was im Blog, aber man hat mir zugeflüstert, dass auf der main IT 2013 ein Vortrag oder sogar Workshop zu dem Thema stattfindet, aus der Sicht eines alt eingesessenen Bloggers aus der Modewelt.

(inspired by: Zehn Gründe warum man Mode-Blogger mit dabei haben möchte)